Gira G1: das Touchpanel für KNX an der Wand
Der Gira G1 ist ein Bildschirm für die Wand, über den Sie Licht, Rollläden, Heizung und Szenen bedienen und an dem Sie sehen, wer an der Tür klingelt. Hier erfahren Sie, was die 2. Generation kann, welche Varianten es gibt, was der G1 im Haus voraussetzt und was er kostet.
Kurz gesagt
- Der Gira G1 ist ein Raumbediengerät mit 7-Zoll-Touchdisplay, Lautsprecher und Mikrofon für die Montage auf einer Doppel-Gerätedose.
- Die 2. Generation arbeitet als Client: Sie zeigt die Oberfläche eines Servers, meist des Gira X1, alternativ des Gira HomeServers oder von Gira One.
- Zusätzlich ist der G1 Innenstation der Türsprechanlage, für Gira Türkommunikation oder SIP-Systeme anderer Hersteller.
- Listenpreise laut Gira Katalog 2027–2028: 1.164,60 Euro ohne WLAN, 1.221,16 Euro mit WLAN, jeweils netto.
Was ist der Gira G1?
Der Gira G1 ist ein multifunktionales Raumbediengerät: ein flaches Touchdisplay für die Wand, ähnlich einem kleinen Tablet, aber fest installiert und immer an seinem Platz. Typische Orte sind der Flur am Eingang, die Küche oder das Elternschlafzimmer. Dort zeigt der G1 auf einen Blick, ob Fenster offen sind, steuert ganze Szenen wie „Haus verlassen“ und ist zugleich die Innenstation der Türsprechanlage.
Wichtig für die Planung: Die 2. Generation des G1 arbeitet laut Gira Katalog 2027–2028 als Client. Sie zeigt die Oberfläche eines Servers an und braucht deshalb einen Gira X1, einen Gira HomeServer oder einen Gira One Server. In den meisten Einfamilienhäusern ist das der Gira X1.
Die Varianten im Überblick
| Variante | Besonderheit | Listenpreis netto |
|---|---|---|
| Gira G1 ohne WLAN (2. Generation) | Anschluss über Netzwerkleitung, Strom per PoE | 1.164,60 € |
| Gira G1 mit WLAN (2. Generation) | zusätzlich WLAN mit 2,4 und 5 GHz, Strom per PoE oder 24 Volt | 1.221,16 € |
| Gira G1 XS | 6-Zoll-Display, auch als eigenständiges KNX-Raumbediengerät über einen IP-Router für KNX; laut Katalog Auslaufartikel, lieferbar bis Dezember 2027 | 650,00 € |
Den G1 gibt es in Glas Schwarz und Glas Weiß. Als Zubehör bietet Gira ein Temperaturfühlermodul mit Feuchtigkeitsmessung an (71,33 € netto), mit dem der G1 Raumtemperatur und Luftfeuchte erfasst.
Technische Daten des Gira G1 (2. Generation)
| Merkmal | Angabe laut Katalog |
|---|---|
| Display | 17,78 cm (7 Zoll), 800 × 1280 Pixel, 216 ppi, 340 cd/m², Multitouch mit Gesten |
| Audio | Lautsprecher und Mikrofon mit Echokompensation |
| Sensor | Näherungssensor mit bis zu 40 cm Reichweite |
| Netzwerk | LAN über RJ45; die WLAN-Variante zusätzlich nach IEEE 802.11b/g/n/ac |
| Stromversorgung | PoE nach IEEE 802.3af, höchstens 8 Watt, typisch 4 Watt; die WLAN-Variante alternativ mit 24 Volt |
| Montage | auf einer Doppel-Gerätedose, empfohlen in 150 cm Höhe, nur für Innenräume |
| Maße | 114 × 181 mm, 15 mm Aufbauhöhe, 18 mm Einbautiefe |
| Einrichtung | ausschließlich im Gira Projekt Assistenten (GPA) ab Version 6.0, mit Gira X1 oder Gira One ab Serverversion 3.0 |
Der G1 als Bildschirm für X1, HomeServer und Gira One
- Mit dem Gira X1: Der G1 zeigt die Oberfläche des X1 und unterstützt bis zu 500 X1-Funktionen. Dazu kommen Direktfunktionen am Gerät, die Türkommunikation und ein Online-Wetterdienst.
- Mit dem Gira HomeServer: Ab HomeServer Experte Version 4.13 zeigt der G1 die Oberfläche des HomeServers mit nahezu allen Funktionen, auch Diagrammen, Kameras, Meldungen und der freien Visualisierung, in hellem oder dunklem Design.
- Mit Gira One: Der G1 zeigt bis zu 250 Verbraucher; in einem Gira One Projekt sind bis zu 50 G1 möglich.
Das Gira Wetterportal zeigt die Wetterprognose für bis zu fünf Orte. Dafür braucht der G1 eine Internetverbindung.
Der G1 als Türsprechanlage
Lautsprecher, Mikrofon und Display machen den G1 zur Innenstation mit Video. Er zeigt das Kamerabild der Türstation, nimmt Rufe an, öffnet die Tür und schaltet zwischen mehreren Kameras um. Zwei Wege sind möglich:
- Gira Türkommunikation: Anbindung der Gira 2-Draht-Türkommunikation über das TKS-IP-Gateway der 2. Generation.
- SIP-Türstationen anderer Hersteller: Der G1 arbeitet als SIP-Client, laut Gira etwa mit Systemen von Comelit, TCS, Schüco DCS Touch und 2N, mit bis zu 64 Internrufen.
Rufton und Lautstärke sind einstellbar, zehn Ruftöne stehen zur Wahl. Ein Etagenruf lässt sich über einen Nebenstelleneingang oder über einen KNX-Taster auslösen.
Was der G1 im Haus voraussetzt
- Einen Server: in der Regel den Gira X1, der auch die Smart Home App bereitstellt.
- Eine Netzwerkleitung an der Wand: Cat. 5e oder besser bis zur Doppel-Gerätedose. Diese Leitung muss im Rohbau eingeplant werden, ein späteres Nachziehen ist aufwendig.
- Einen PoE-Anschluss: einen Switch-Port mit PoE nach IEEE 802.3af. Die WLAN-Variante lässt sich alternativ mit 24 Volt versorgen.
- Für die Türsprechanlage: das TKS-IP-Gateway bei Gira-Türkommunikation oder eine SIP-fähige Türstation.
Was kostet der Gira G1?
Laut Gira Katalog 2027–2028 kostet der G1 ohne WLAN 1.164,60 Euro und mit WLAN 1.221,16 Euro, jeweils als unverbindliche Preisempfehlung ohne Mehrwertsteuer. Weil der G1 einen Server braucht, gehört in die Rechnung meist auch der Gira X1 mit 1.094,76 Euro. Für einen G1 ohne WLAN mit X1 ergeben sich damit 2.259,36 Euro netto, dazu kommen der PoE-Anschluss, gegebenenfalls das Temperaturfühlermodul und die Einrichtung durch den Fachbetrieb.
Alternativen zum Gira G1
- Smartphone oder Tablet: Die Gira Smart Home App läuft auf iOS, Android und Windows. Ein Tablet in einer Wandhalterung ist günstiger, aber kein fest installiertes Gerät; ob es die Türsprechanlage übernehmen kann, hängt vom System ab.
- Touchpanels anderer Hersteller: Weil KNX ein offener Standard ist, gibt es Wandbildschirme verschiedener Hersteller. Welches Gerät passt, hängt vom Server und von der Türsprechanlage ab.
- Taster mit Display: Für einzelne Räume genügt oft ein KNX-Tastsensor mit Anzeige statt eines großen Bildschirms.
Auch wenn Sie sich noch nicht für ein Touchpanel entschieden haben: Lassen Sie an den möglichen Stellen, etwa im Flur und in der Küche, eine Doppel-Gerätedose mit Netzwerkleitung setzen. Das kostet im Rohbau wenig und hält Ihnen alle Wege offen. Welche KNX-Komponenten Ihr Haus braucht, ermittelt der kostenlose KNX-Planer.
Häufige Fragen
Braucht der Gira G1 einen Gira X1?
Die 2. Generation des G1 arbeitet laut Gira als Client und braucht einen Server: einen Gira X1, einen Gira HomeServer oder einen Gira One Server. In den meisten Einfamilienhäusern ist das der X1.
Was kostet der Gira G1?
Laut Gira Katalog 2027–2028 kostet der G1 der 2. Generation 1.164,60 Euro ohne WLAN und 1.221,16 Euro mit WLAN, jeweils netto. Dazu kommt meist der Gira X1 als Server.
Wird der Gira G1 über PoE versorgt?
Ja. Der G1 der 2. Generation wird über die Netzwerkleitung mit PoE nach IEEE 802.3af versorgt und nimmt höchstens 8 Watt auf. Die Variante mit WLAN kann alternativ mit 24 Volt versorgt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Gira G1 und Gira G1 XS?
Der G1 XS hat ein kleineres 6-Zoll-Display und kann auch ohne Server als KNX-Raumbediengerät arbeiten, angebunden über einen IP-Router für KNX. Er ist laut Katalog ein Auslaufartikel und bis Dezember 2027 lieferbar. Der G1 der 2. Generation hat ein 7-Zoll-Display und arbeitet als Client eines Servers.
Kann der Gira G1 die Türsprechanlage ersetzen?
Er kann die Innenstation sein: mit Videobild, Rufannahme und Türöffner. Angebunden wird er an die Gira Türkommunikation über das TKS-IP-Gateway oder als SIP-Client an Türstationen anderer Hersteller.
Welche Dose braucht der Gira G1?
Der G1 wird auf einer Doppel-Gerätedose montiert, empfohlen in 150 cm Höhe. An der Dose muss eine Netzwerkleitung ankommen.
KnowNX-Redaktion KnowNX ist ein unabhängiges Angebot der Enemies of the good GmbH. Die Redaktion erklärt KNX-Gebäudeautomation herstellerneutral für Bauherren, aus der Praxis mit KNX-Anlagen in Wohn- und Bürogebäuden, und hält die Artikel laufend aktuell.