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KNX-Systemgeräte: was im Verteiler den Bus am Laufen hält

Neben Tastern und Aktoren braucht jede KNX-Anlage ein paar Geräte, die selbst nichts schalten, aber unverzichtbar sind: Sie versorgen den Bus, verbinden ihn mit dem Netzwerk und teilen große Anlagen in Linien. Hier erfahren Sie, welche das sind und wie viele ein Einfamilienhaus braucht.

Von der KnowNX-Redaktion, aktualisiert am

Kurz gesagt

  • Die Spannungsversorgung liefert die Busspannung von rund 30 Volt. Jede Linie braucht eine eigene.
  • Die IP-Schnittstelle verbindet den Bus mit dem Heimnetz, etwa für die ETS, eine App oder Home Assistant.
  • Der IP-Router kann zusätzlich Linien über das Netzwerk koppeln und ersetzt damit den klassischen Linienkoppler.
  • Ein Einfamilienhaus kommt meist mit einer Linie aus: eine Spannungsversorgung und eine IP-Schnittstelle.

Die Systemgeräte im Überblick

GerätAufgabeBeispiele laut Katalog, netto
Spannungsversorgungliefert die Busspannung für eine LinieGira 640 mA mit Drossel 300,03 €; ABB SV/S 640 mA 282,00 €
IP-SchnittstelleZugang vom Netzwerk zum Bus für ETS, App, Server, Home AssistantGira 271,30 €; ABB IPS/S 238,00 €
IP-Routerwie die Schnittstelle, koppelt zusätzlich Linien über das NetzwerkGira 440,32 €; ABB IPR/S 385,00 €
USB-Schnittstelledirekter Zugang mit dem Laptop zur ProgrammierungGira 229,56 €
Linienkopplerverbindet Linien über die Busleitung und filtert Telegrammein IP-Anlagen meist durch IP-Router ersetzt

Die Preise stammen aus dem Gira Katalog 2027–2028 und der ABB Programmübersicht 2026. Alle Geräte sind Reiheneinbaugeräte für den Verteiler.

Aufbau einer KNX-Anlage mit zwei Linien Zwei KNX-Linien mit je einer Spannungsversorgung und bis zu 64 Geräten. Jede Linie ist über einen IP-Router mit dem Heimnetz verbunden. Über das Heimnetz sind auch ETS, App und Home Assistant angebunden. Heimnetz: ETS, App, Home Assistant IP-Router Linie 1 IP-Router Linie 2 Spannungsversorgung Spannungsversorgung bis 64 Geräte bis 64 Geräte
Jede Linie hat ihre eigene Spannungsversorgung. IP-Router verbinden die Linien über das Heimnetz; in kleinen Anlagen genügt eine Linie mit einer IP-Schnittstelle.

Spannungsversorgung: der Strom für den Bus

Die Busankoppler in Tastern, Sensoren und Aktoren werden über die Busleitung mit Schutzkleinspannung versorgt. Diese liefert die KNX-Spannungsversorgung mit eingebauter Drossel, damit sich Versorgung und Nachrichten nicht stören. Üblich sind Geräte mit 320 oder 640 mA. Viele haben einen zusätzlichen Ausgang ohne Drossel, an den sich Geräte wie der Gira S1 anschließen lassen.

Jede Linie braucht genau eine eigene Spannungsversorgung. Sie sitzt im Verteiler, möglichst in der Nähe der meisten Geräte, damit die Abstände kurz bleiben. Wie sich Bus, Server und Netzwerk gegen Stromausfall absichern lassen, erklärt der Artikel USV für KNX.

IP-Schnittstelle und IP-Router: die Brücke ins Netzwerk

Die IP-Schnittstelle ist der Zugang zum Bus über das Heimnetz. Über sie programmiert der Fachbetrieb die Anlage mit der ETS, und über sie sprechen Server wie Home Assistant mit KNX. Sie stellt dafür mehrere gleichzeitige Verbindungen bereit, das sogenannte Tunneling.

Der IP-Router kann das ebenfalls und koppelt zusätzlich Linien über das Netzwerk, das sogenannte Routing. Er wird gebraucht, sobald eine Anlage mehrere Linien hat oder KNX-IP-Geräte direkt mit dem Bus kommunizieren sollen.

Linien, Bereiche und physikalische Adressen

Eine KNX-Anlage ist in Linien gegliedert. Eine Linie fasst bis zu 64 Geräte je Segment. Mehrere Linien bilden einen Bereich, mehrere Bereiche die Anlage. Daraus ergibt sich die physikalische Adresse jedes Geräts im Format Bereich.Linie.Gerät, zum Beispiel 1.1.12. Sie ist nicht zu verwechseln mit den Gruppenadressen, über die die Geräte ihre Funktionen austauschen.

Der KNX-Planer rechnet mit höchstens 50 Geräten je Linie, um Reserve für spätere Erweiterungen zu lassen, und plant bei Bedarf weitere Linien mit eigener Spannungsversorgung und IP-Router ein.

Wie viele Systemgeräte braucht ein Einfamilienhaus?

  • Kleine bis mittlere Anlage: eine Linie mit einer Spannungsversorgung und einer IP-Schnittstelle.
  • Große Anlage mit vielen Geräten: zwei oder mehr Linien, je mit Spannungsversorgung und IP-Router.
  • Getrennte Bereiche: Eine eigene Linie für Außengeräte, etwa an Fassade und Garten, kann sinnvoll sein, damit ein Fehler draußen nicht die ganze Anlage stört.
Tipp für Bauherren

Planen Sie im Verteiler Platz für Reserve ein, auch für Systemgeräte. Eine zusätzliche Linie oder ein Server wie der Gira X1 brauchen jeweils einige Teilungseinheiten. Wie viele Geräte und Linien Ihr Haus braucht, rechnet der kostenlose KNX-Planer aus.

Häufige Fragen

Wozu braucht KNX eine Spannungsversorgung?

Die Spannungsversorgung liefert die Busspannung, mit der die Busankoppler aller Geräte arbeiten. Jede Linie braucht eine eigene.

Was ist der Unterschied zwischen IP-Schnittstelle und IP-Router?

Beide verbinden den KNX-Bus mit dem Netzwerk. Der IP-Router kann zusätzlich mehrere Linien über das Netzwerk koppeln. Für eine Anlage mit einer Linie genügt die IP-Schnittstelle.

Wie viele Geräte passen in eine KNX-Linie?

Bis zu 64 Geräte je Liniensegment. Der KNX-Planer rechnet mit höchstens 50, um Reserve zu lassen.

Braucht man einen Linienkoppler?

Nur in Anlagen mit mehreren Linien, die über die Busleitung verbunden werden. In heutigen Anlagen übernimmt diese Aufgabe meist ein IP-Router über das Netzwerk.

Was kostet eine KNX-Spannungsversorgung?

Laut Katalog kostet eine Gira Spannungsversorgung mit 640 mA 300,03 Euro netto, bei ABB 282 Euro netto.

KnowNX-Redaktion KnowNX ist ein unabhängiges Angebot der Enemies of the good GmbH. Die Redaktion erklärt KNX-Gebäudeautomation herstellerneutral für Bauherren, aus der Praxis mit KNX-Anlagen in Wohn- und Bürogebäuden, und hält die Artikel laufend aktuell.

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