KNX oder Loxone? Ein sachlicher Vergleich
Wer ein kabelgebundenes Smart Home plant, stößt früher oder später auf diese Frage. Beide Systeme sind verbreitet und können ein Haus vollständig automatisieren. Sie folgen aber unterschiedlichen Grundideen. Hier stehen die Unterschiede nebeneinander, damit Sie entscheiden können, was zu Ihnen passt.
Kurz gesagt
- KNX ist ein offener, internationaler Standard: Geräte vieler Hersteller arbeiten zusammen, programmiert wird mit der ETS.
- Loxone ist ein Herstellersystem mit zentralem Miniserver, eigenen Geräten und eigener, kostenloser Software.
- KNX arbeitet dezentral, bei Loxone laufen Logik und Steuerung im Miniserver zusammen.
- Entscheidend sind Herstellerunabhängigkeit, Auswahl an Geräten und Designs, Programmierung und wer die Anlage betreut.
Die Unterschiede im Überblick
| KNX | Loxone | |
|---|---|---|
| Grundidee | offener Standard (EN 50090, ISO/IEC 14543-3) | System eines Herstellers |
| Hersteller | Geräte vieler Hersteller frei kombinierbar | überwiegend Geräte von Loxone |
| Aufbau | dezentral, jedes Gerät hat eigene Intelligenz | zentral, der Miniserver steuert |
| Programmierung | ETS, kostenpflichtige Lizenz, dazu Software des Servers | Loxone Config, kostenlos |
| Logik und App | über zusätzlichen Server, etwa Gira X1, 1Home oder Home Assistant | im Miniserver enthalten |
| Schalterdesign | große Auswahl in den Programmen vieler Hersteller | eigene Taster, andere über Schnittstellen |
| Fachbetriebe | sehr viele Elektrofachbetriebe mit KNX-Erfahrung | Loxone-Partner |
Was für KNX spricht
- Unabhängigkeit von einem einzelnen Hersteller, auch in Jahrzehnten.
- Große Auswahl an Geräten und Schalterdesigns, siehe KNX-Taster.
- Dezentraler Aufbau: Fällt ein Gerät aus, arbeitet der Rest weiter.
- Viele Fachbetriebe können eine Anlage übernehmen, wenn das ETS-Projekt vorliegt.
Was für Loxone spricht
- Alles aus einer Hand: Server, Logik, App und viele Geräte sind aufeinander abgestimmt.
- Kostenlose Programmiersoftware und eine durchgängige App.
- Für viele Funktionen geringere Einstiegskosten, weil Logik und App im Miniserver stecken.
Beides kombinieren?
Loxone bietet eine Anbindung an KNX an, und KNX-Anlagen lassen sich mit Servern wie Home Assistant um vieles erweitern. Eine Kombination ist also möglich, macht die Anlage aber komplexer. Meist ist es sinnvoller, sich für ein System als Rückgrat zu entscheiden.
Mehr zu den allgemeinen Abwägungen steht im Artikel Smart Home: Vor- und Nachteile, mehr zu KNX im Artikel Was ist KNX?.
Fragen Sie sich, wer Ihre Anlage in zwanzig Jahren betreuen soll und wie wichtig Ihnen die freie Wahl von Herstellern und Designs ist. Wenn Sie zu KNX tendieren, zeigt der kostenlose KNX-Planer, was Ihr Haus an Geräten braucht und was das Material kostet.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen KNX und Loxone?
KNX ist ein offener Standard mit Geräten vieler Hersteller und dezentralem Aufbau. Loxone ist ein Herstellersystem mit zentralem Miniserver und überwiegend eigenen Geräten.
Ist KNX oder Loxone günstiger?
Das hängt vom Umfang ab. Bei Loxone sind Logik und App im Miniserver enthalten; bei KNX kommt dafür ein Server hinzu, dafür ist die Auswahl an Geräten und Herstellern größer.
Kann man KNX und Loxone kombinieren?
Ja, Loxone bietet eine KNX-Anbindung an. Meist ist es aber sinnvoller, ein System als Rückgrat zu wählen.
Welches System ist zukunftssicherer?
KNX ist ein internationaler Standard, der von vielen Herstellern getragen wird. Bei Loxone hängt die Zukunft der Anlage stärker von einem Hersteller ab.
KnowNX-Redaktion KnowNX ist ein unabhängiges Angebot der Enemies of the good GmbH. Die Redaktion erklärt KNX-Gebäudeautomation herstellerneutral für Bauherren, aus der Praxis mit KNX-Anlagen in Wohn- und Bürogebäuden, und hält die Artikel laufend aktuell.