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KNX-Fensterkontakt: wissen, welches Fenster offen ist

Ein Fensterkontakt meldet, ob ein Fenster oder eine Tür offen ist. Das klingt unscheinbar, ist aber die Grundlage für energiesparendes Heizen, den Aussperrschutz an der Terrassentür und die Meldung „Alle Fenster zu“ beim Verlassen des Hauses.

Von der KnowNX-Redaktion, aktualisiert am

Kurz gesagt

  • Ein Fensterkontakt ist meist ein Magnetkontakt (Reedkontakt) im Rahmen, der über einen Binäreingang auf den Bus meldet.
  • Wofür: Heizkörper absenken bei offenem Fenster, Rollladen an offener Terrassentür sperren, Fensterstatus in App und Taster, Meldung bei Abwesenheit.
  • Für die Unterscheidung „offen“ und „gekippt“ braucht es zwei Kontakte oder einen Fenstergriff mit Sensor.
  • Verdeckt eingebaute Kontakte müssen mit dem Fensterbauer abgestimmt werden, bevor die Fenster bestellt sind.

Wofür Fensterkontakte gebraucht werden

  • Heizen: Ist ein Fenster offen, schaltet der Raumtemperaturregler bei Heizkörpern auf Frostschutz, statt gegen das offene Fenster anzuheizen. Bei einer Fußbodenheizung bringt das kaum etwas: Beim Stoßlüften ist das Fenster nur wenige Minuten offen, und der Estrich gibt seine Wärme auch bei geschlossenem Ventil weiter ab.
  • Aussperrschutz: Steht die Terrassentür offen, fährt der Rollladen dort nicht herunter, siehe Jalousieaktor.
  • Überblick: Eine LED am Taster an der Haustür oder die App zeigt, ob noch ein Fenster offen ist.
  • Sicherheit: Wird während der Abwesenheit ein Fenster geöffnet, kommt eine Meldung aufs Handy.
  • Lüften: Zusammen mit einem CO₂-Sensor erinnert das Haus ans Lüften und meldet, wenn wieder geschlossen werden kann.

Wie ein Fensterkontakt funktioniert

Ein kleiner Magnet sitzt im Flügel, der Kontakt gegenüber im Rahmen. Ist das Fenster zu, schließt der Magnet den Kontakt. Eine dünne Leitung führt vom Kontakt zu einem Binäreingang, der den Zustand auf den Bus sendet, meist als DPT 1.019 „Fenster/Tür“. Laut ABB Programmübersicht 2026 kostet ein Magnet-Reedkontakt-Set 18,60 Euro netto.

Offen oder gekippt?

Ein einzelner Kontakt meldet nur „zu“ oder „nicht zu“. Wer zwischen „offen“ und „gekippt“ unterscheiden möchte, braucht zwei Kontakte an verschiedenen Stellen des Flügels oder einen Fenstergriff mit eingebautem Sensor. Für Heizung und Aussperrschutz genügt meist die einfache Meldung.

Planung mit dem Fensterbauer

  • Verdeckt im Rahmen: Viele Fensterhersteller bauen Kontakte ab Werk unsichtbar ein. Das muss vor der Bestellung der Fenster feststehen.
  • Kabelübergang: Die Leitung muss vom Rahmen in die Wand geführt werden, meist über eine Dose neben dem Fenster.
  • Nachrüsten: Aufgesetzte Kontakte oder Funkkontakte sind möglich, aber sichtbar. Mehr dazu im Artikel KNX Funk und Nachrüsten.
Tipp für Bauherren

Sprechen Sie Fensterbauer und Elektriker gemeinsam an, bevor die Fenster bestellt werden. Der kostenlose KNX-Planer zählt die Fensterkontakte aus der Zahl der Fenster je Raum und plant die nötigen Binäreingänge ein.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein KNX-Fensterkontakt?

Ein Magnet im Flügel schließt einen Kontakt im Rahmen. Ein Binäreingang erkennt den Zustand und sendet ihn als KNX-Nachricht.

Kann KNX erkennen, ob ein Fenster gekippt ist?

Mit zwei Kontakten am Flügel oder mit einem Fenstergriff mit Sensor. Ein einzelner Kontakt meldet nur „zu“ oder „nicht zu“.

Braucht jedes Fenster einen Kontakt?

Für die Heizungsabsenkung genügt es, die Fenster zu erfassen, die regelmäßig geöffnet werden. Für Sicherheitsmeldungen sollten alle Fenster und Türen im Erdgeschoss erfasst sein.

Was kostet ein Fensterkontakt?

Ein Magnet-Reedkontakt-Set kostet laut ABB Programmübersicht 2026 18,60 Euro netto. Dazu kommt ein Kanal am Binäreingang.

KnowNX-Redaktion KnowNX ist ein unabhängiges Angebot der Enemies of the good GmbH. Die Redaktion erklärt KNX-Gebäudeautomation herstellerneutral für Bauherren, aus der Praxis mit KNX-Anlagen in Wohn- und Bürogebäuden, und hält die Artikel laufend aktuell.

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