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KNX-Kabel: die Busleitung richtig planen und verlegen

Die Busleitung ist das Rückgrat jeder KNX-Anlage. Sie ist günstig, aber später kaum nachzurüsten. Hier erfahren Sie, welches Kabel verwendet wird, wofür die vier Adern da sind, welche Grenzen gelten und wie Sie die Verkabelung im Neubau so planen, dass später nichts fehlt.

Von der KnowNX-Redaktion, aktualisiert am

Kurz gesagt

  • Für KNX wird eine Busleitung mit 2 × 2 × 0,8 mm verwendet, meist mit grünem Mantel. Umgangssprachlich heißt sie auch EIB-Kabel.
  • Rot und Schwarz führen den Bus, Gelb und Weiß bleiben als Reserve frei.
  • Die Busleitung führt zu allen Tastern, Sensoren und Präsenzmeldern. Die Lastleitungen für Licht, Steckdosen und Rollläden laufen sternförmig zum Verteiler.
  • Wichtigste Regel: lieber eine Leitung und eine Dose zu viel. Im Rohbau kostet das wenig, später ist es teuer.

Welches Kabel wird für KNX verwendet?

KNX nutzt eine eigene Steuerleitung, die Busleitung. Üblich ist eine geschirmte Leitung mit zwei Aderpaaren und 0,8 mm Aderdurchmesser, etwa vom Typ YCYM 2 × 2 × 0,8 oder J-Y(St)Y 2 × 2 × 0,8 mit KNX-Zertifizierung. Weil KNX aus dem früheren EIB hervorgegangen ist, heißt sie oft noch „EIB-Kabel“. Den grünen Mantel erkennen Elektriker auf der Baustelle sofort.

Über die Busleitung laufen die Telegramme, also die Nachrichten zwischen den Geräten, und zugleich die Versorgung der Busankoppler mit Schutzkleinspannung von rund 30 Volt. Strom für Lampen oder Motoren fließt darüber nicht.

Aufbau der KNX-Busleitung Eine Busleitung mit vier Adern: rot für Plus und schwarz für Minus des KNX-Busses, gelb und weiß als Reserve. Darum liegen ein Schirm aus Folie, ein Beidraht und der meist grüne Mantel. Mantel, meist grün, mit Folienschirm und Beidraht Rot Bus + Schwarz Bus − Gelb Reserve Weiß Reserve
Die Busleitung hat zwei Aderpaare. Für den KNX-Bus wird nur das rot-schwarze Paar gebraucht; das gelb-weiße Paar bleibt frei.

Wofür sind die vier Adern?

AderVerwendung
RotKNX-Bus Plus
SchwarzKNX-Bus Minus
Gelb und WeißReserve, zum Beispiel für eine zusätzliche Kleinspannung; für den KNX-Bus selbst nicht nötig

Angeschlossen werden die Geräte mit einer steckbaren Anschluss- und Abzweigklemme in Rot und Schwarz. Dadurch lassen sich Geräte tauschen, ohne die Leitung zu unterbrechen.

KNX-Klemmen

Die Geräte werden mit der steckbaren KNX-Anschluss- und Abzweigklemme angeschlossen, rot für Plus und schwarz für Minus. Sie liegt den meisten Geräten bei. Weil sie mehrere Adern aufnimmt, lässt sich die Busleitung an einem Gerät abzweigen, und ein Gerät kann abgezogen werden, ohne den Bus für die übrigen zu unterbrechen. Für Abzweige in Dosen gibt es zusätzlich Verbindungsklemmen für Busleitungen, etwa von WAGO. Wichtig ist eine saubere, beschriftete Verdrahtung, denn Fehler an einer Klemme können eine ganze Linie stören.

Zwei Netze im Haus: Busleitung und Lastleitungen

Der wichtigste Unterschied zur herkömmlichen Elektroinstallation: Der Lichtschalter schaltet die Lampe nicht mehr direkt. Daraus ergeben sich zwei getrennte Netze.

  • Die Busleitung führt zu allen Geräten, die etwas melden oder bedienen: Taster, Präsenzmelder, Fensterkontakte, Raumtemperaturregler, die Wetterstation und zu den Aktoren im Verteiler.
  • Die Lastleitungen mit 230 Volt führen von den Aktoren im Verteiler sternförmig zu jeder Lampe, jeder schaltbaren Steckdose und jedem Rollladenmotor. Jede Leuchtengruppe bekommt ihre eigene Leitung bis zum Verteiler.

Diese Sternverkabelung ist der Grund, warum der Verteiler bei KNX deutlich größer wird und warum die Planung vor dem Rohbau stehen muss. Was nicht als eigene Leitung im Verteiler ankommt, lässt sich später nicht getrennt schalten.

Längen und Grenzen

RegelWert
Gesamtlänge der Busleitung in einer Liniehöchstens 1.000 m
Abstand Spannungsversorgung bis Geräthöchstens 350 m
Abstand zwischen zwei Gerätenhöchstens 700 m
Geräte je Liniensegmentbis zu 64
FormLinie, Baum oder Stern, aber kein geschlossener Ring

In einem Einfamilienhaus werden diese Grenzen selten erreicht. Der KNX-Planer rechnet trotzdem mit Reserve und plant bei vielen Geräten zusätzliche Linien mit eigener Spannungsversorgung ein. Mehr dazu im Artikel über die KNX-Systemgeräte.

Worauf beim Verlegen zu achten ist

  • In Leerrohr verlegen: Mit Leerrohren lassen sich später zusätzliche Leitungen nachziehen, etwa für eine Netzwerkleitung.
  • Trennung zur 230-Volt-Installation: Busleitung und Netzleitungen dürfen nebeneinander liegen. In Dosen und Verteilern müssen die Adern aber sicher voneinander getrennt sein. Die genauen Vorgaben kennt der Fachbetrieb.
  • Schirm nicht anschließen: Folienschirm und Beidraht werden bei KNX nicht geerdet.
  • Kennzeichnen und dokumentieren: Jede Leitung im Verteiler beschriften und die Wege fotografieren, bevor der Putz kommt.

Wohin überall eine Busleitung gehört

  • an jede Tür und jeden Platz, an dem ein Taster sitzen soll, auch beidseitig am Bett,
  • an die Decke jedes Raums für einen Präsenzmelder,
  • zu jedem Fenster für einen Fensterkontakt, wenn diese nicht im Fensterrahmen verdrahtet sind,
  • zur Heizkreisverteilung, zur Wetterstation auf dem Dach oder an der Fassade, zur Türsprechanlage, zur Garage und zum Tor,
  • zu möglichen Plätzen für einen Bildschirm wie den Gira G1, dort zusätzlich eine Netzwerkleitung.
Tipp für Bauherren

Planen Sie die Busleitung großzügig. Ein paar Meter mehr Leitung und eine zusätzliche Dose kosten im Rohbau fast nichts, nach dem Verputzen dagegen viel. Welche Geräte Ihr Haus braucht und wo sie sitzen, ermittelt der kostenlose KNX-Planer Raum für Raum.

Häufige Fragen

Welches Kabel braucht man für KNX?

Eine KNX-zertifizierte Busleitung mit zwei Aderpaaren und 0,8 mm Aderdurchmesser, etwa YCYM 2 × 2 × 0,8 oder J-Y(St)Y 2 × 2 × 0,8. Sie hat meist einen grünen Mantel.

Was ist der Unterschied zwischen EIB-Kabel und KNX-Kabel?

Praktisch keiner. KNX ist aus dem früheren EIB hervorgegangen, und die Busleitung wird bis heute oft EIB-Kabel genannt.

Welche Adern werden bei KNX belegt?

Rot für Plus und Schwarz für Minus. Gelb und Weiß bleiben als Reserve frei, etwa für eine zusätzliche Kleinspannung.

Darf das KNX-Kabel neben 230-Volt-Leitungen liegen?

Ja, Busleitung und Netzleitungen dürfen nebeneinander verlegt werden. In Dosen und Verteilern müssen die Adern sicher getrennt sein; darauf achtet der Fachbetrieb.

Wie lang darf eine KNX-Leitung sein?

In einer Linie sind insgesamt bis zu 1.000 m Busleitung zulässig, von der Spannungsversorgung bis zu einem Gerät höchstens 350 m und zwischen zwei Geräten höchstens 700 m.

Kann man KNX ohne Busleitung nachrüsten?

Teilweise. Mit KNX Funk und Unterputzgeräten lässt sich KNX auch ohne neue Leitungen einsetzen. Mehr dazu im Artikel über KNX Funk und Nachrüsten.

KnowNX-Redaktion KnowNX ist ein unabhängiges Angebot der Enemies of the good GmbH. Die Redaktion erklärt KNX-Gebäudeautomation herstellerneutral für Bauherren, aus der Praxis mit KNX-Anlagen in Wohn- und Bürogebäuden, und hält die Artikel laufend aktuell.

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