KNX-Zeitschaltuhr und Logik: wenn das Haus selbst entscheidet
Viele Wenn-Dann-Sätze brauchen eine Uhr oder eine Verknüpfung: „Wenn es Werktag und 6:30 Uhr ist“ oder „Wenn niemand zu Hause ist und es dunkel wird“. Dafür gibt es in KNX Zeitschaltuhren und Logikfunktionen. Hier erfahren Sie, wo sie sitzen und was damit möglich ist.
Kurz gesagt
- Zeitschaltuhren schalten nach Uhrzeit und Wochentag, mit Astrofunktion auch nach Sonnenauf- und -untergang.
- Logikfunktionen verknüpfen Bedingungen mit UND, ODER oder NICHT und machen aus mehreren Sensoren eine Entscheidung.
- Sie sitzen in einem Logikmodul oder Server, oft aber auch schon in Aktoren, Tastern und der Wetterstation.
- Alle Geräte brauchen dieselbe Uhrzeit. Ein Zeitgeber sendet sie regelmäßig auf den Bus.
Zeitschaltuhren und Astrofunktion
- Wochenprogramme: Rollläden werktags um 6:30 Uhr hoch, am Wochenende um 8:30 Uhr.
- Astrofunktion: Außenlicht bei Sonnenuntergang an, Rollläden bei Dämmerung herunter, mit Verschiebung und frühester oder spätester Uhrzeit.
- Heizprogramme: Komfort am Morgen und Abend, Nacht dazwischen, siehe Raumtemperaturregler.
- Urlaub und Feiertage: Sonderprogramme, die das normale Wochenprogramm überschreiben.
Damit alle Geräte dieselbe Zeit kennen, sendet ein Zeitgeber Uhrzeit und Datum auf den Bus (DPT 10.001 und 11.001, siehe Datenpunkttypen). Das kann ein Server mit Internetzeit, ein Fernzugriffsmodul oder eine Wetterstation mit GPS sein.
Logikfunktionen
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| UND | Wenn es dunkel ist UND jemand an der Tür ist, dann Licht an. |
| ODER | Wenn irgendein Fenster offen ist, dann LED an der Haustür an. |
| NICHT | Wenn NICHT jemand zu Hause ist, dann Heizung auf Standby. |
| Schwellwert | Wenn die Feuchte über 70 Prozent steigt, dann Lüfter an. |
| Verzögerung | Wenn der Raum 10 Minuten leer ist, dann Licht aus. |
| Zufall | Anwesenheitssimulation mit wechselnden Schaltzeiten im Urlaub. |
Wo Zeit und Logik sitzen
- Im Server oder Logikmodul: etwa im Gira X1 mit mehr als 40 Logikbausteinen, oder in Home Assistant. Für umfangreiche Automatiken die erste Wahl.
- In Node-RED: für Logik, die feste Bausteine überfordert, etwa Mittelwerte über mehrere Tage. Ein Beispiel zeigt der Artikel Node-RED und KNX.
- In den Aktoren: Viele Schaltaktoren haben Zeitfunktionen und einfache Verknüpfungen eingebaut.
- In Tastern und Präsenzmeldern: Nachlaufzeiten, Tag- und Nachtbetrieb.
- In der Wetterstation: Grenzwerte und Logikgatter für Beschattung und Windschutz, siehe Wetterstation.
Grundregel: Sicherheitsfunktionen wie Windschutz gehören möglichst in die Geräte selbst. Komfortautomatiken dürfen im Server liegen.
Formulieren Sie Ihre Automatiken als Wenn-Dann-Sätze, dann versteht sie jeder Fachbetrieb. Genau so arbeitet der kostenlose KNX-Planer: Er erkennt, welche Ihrer Sätze eine Logik brauchen, und plant das Logikmodul ein.
Häufige Fragen
Hat KNX eine Zeitschaltuhr?
KNX selbst ist ein Bus. Zeitschaltuhren stecken in Servern, Logikmodulen, Tastern oder Aktoren, und ein Zeitgeber verteilt die Uhrzeit an alle Geräte.
Was ist die Astrofunktion?
Eine Zeitschaltuhr, die nach Sonnenauf- und -untergang am Standort schaltet, etwa für Außenlicht und Rollläden.
Brauche ich für KNX ein Logikmodul?
Für einfache Funktionen nicht, viele Aktoren haben Zeit- und Logikfunktionen eingebaut. Für übergreifende Automatiken, Szenen mit Bedingungen und Anwesenheitssimulation ist ein Logikmodul oder Server sinnvoll.
Woher kennt KNX die Uhrzeit?
Von einem Zeitgeber, etwa einem Server mit Internetzeit oder einer Wetterstation mit GPS. Er sendet Uhrzeit und Datum regelmäßig auf den Bus.
KnowNX-Redaktion KnowNX ist ein unabhängiges Angebot der Enemies of the good GmbH. Die Redaktion erklärt KNX-Gebäudeautomation herstellerneutral für Bauherren, aus der Praxis mit KNX-Anlagen in Wohn- und Bürogebäuden, und hält die Artikel laufend aktuell.